Gütersloh / Brüssel (B): Vor 30 Jahren wurde er beschlossen, doch noch heute ist er vielen nicht bekannt: 112 ist der Notruf für ganz Europa. Feuerwehren, Rettungsdienste und Notärzte machen am 11. Februar mobil. Den „Europäischen Notruftag“ nutzen sie, um die europaweite Notrufnummer 112 bekannter zu machen. In Deutschland kennen die meisten Menschen die 112, doch viele wissen nicht, dass der Notruf über die Grenzen hinaus funktioniert.

Der Beschluss der EU-Kommission stammt von 1991, 2008 wurde der EU-weite Notruf umgesetzt. Auch wenn landeseigene Notrufnummern in einigen Ländern parallel existieren, funktioniert die 112 in allen EU-Mitgliedsstaaten – aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Das soll den Bürgen Sicherheit auf Reisen geben. Tatsächlich wissen das bis heute aber nur 49 Prozent der Europäer, wie eine gerade veröffentlichte Umfrage der EU-Kommission* zeigt.

Zwar sind Auslandsreisen im Lockdown gerade kein Thema, doch die Touristik-Branche rüstet sich bereits für die Zeit danach. Viele rechnen mit einem Ansturm, wenn Urlaub wieder möglich sein wird. „Umso wichtiger ist es zu wissen, wie ich mich im Notfall im europäischen Ausland verhalten soll“, sagt Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Gerade bei Verdacht auf einen Schlaganfall zählt jede Minute!“

2019 wurden in Deutschland 16 Millionen Notrufe ausgelöst, in der gesamten EU waren es 266 Millionen. 73 Prozent der Notrufe in Europa gehen mittlerweile von Mobilfunktelefonen ein.