Heerlen (NL): Die neue Ausstellung präsentiert vier Jahrhunderte Badekultur. Den Besuchern werden alle Entwicklungsphasen vorgeführt: von der Entstehung bis zu den Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Zentrale Fragen werden beantwortet, wie: Warum entstand hier eine Thermenanlage? Wie wurde sie genutzt, und von wem? Warum wurde sie irgendwann umgebaut, und wie?

Die Besucher begeben sich nicht nur auf eine Zeitreise, sondern nehmen auch die Perspektive eines Archäologen ein, der auf der Suche nach Antworten auf all diese Fragen ist. Zur Anschaulichkeit trägt der Einsatz moderner, hyperrealistischer Techniken bei: Die Besucher stehen in einem runden Raum und wähnen sich dank 360 Grad-Videobildern “live” in einem Badehaus. Diese Technik ist dieselbe, die bei der neuen Disney-Serie The Mandalorian eingesetzt wurde.

Die neue Ausstellung ist der nächste Schritt im Rahmen der Neugestaltung des Thermenmuseums. Das Badehaus wurde kürzlich in enger Absprache mit dem Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed (Organisation für das Kulturerbe), die dem niederländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft untersteht, komplett restauriert: 150 beschädigte Stellen und hunderte Meter an Mauern wurden wiederhergestellt. Mit farbigem Kies wurden einige Teile, wie die Säulengalerie, Geschäfte oder der Arbeitsplatz des Arztes, hervorgehoben. Die Glasfassade des Museumsgebäudes wurde verdunkelt, um drinnen eine maximale Wirkung zu erzielen. Zudem wurde ein 96 Meter langer Laufsteg aus Holz mit Sichtfenstern aus Glas über die Thermenanlage gebaut. Er führt die Besucher ganz nah über die Kalt- und Heißwasserbäder, Fußbodenheizung, das Schwimmbad und die Geschäfte.

Die neue Präsentation kommt bei den Besuchern gut an: So verzeichnete das Museum im Juli 2020 dreimal so viele Besucher wie im vergangenen Jahr. Das wachsende Interesse an der römischen Vergangenheit der Stadt ist auch den Bemühungen der Gemeinde Heerlen zu verdanken, den Menschen die Geschichte von “Coriovallum” (Name der römischen Siedlung an der Stelle des heutigen Heerlen) nahezubringen. Weitere Informationen unter www.thermenmuseum.nl