Kurioses Abschleppmanöver

Düren: Bei dem Versuch, ein defektes Auto abzuschleppen, kam es am Dienstagabend zu einem Verkehrsunfall. In Anbetracht der Umstände ist dies nicht wirklich verwunderlich. Gegen 17:35 Uhr befuhren Polizeibeamte mit ihrem Streifenwagen die Stürtzstraße in Fahrtrichtung Bonner Straße. An der Kreuzung zur Oberstraße beabsichtigten die Beamten, nach links in Richtung Innenstadt abzubiegen. Zu diesem Zweck hatten sie sich auf der dortigen Linksabbiegespur eingeordnet und ließen den entgegenkommenden Verkehr zunächst passieren. Das Gespann, das ihnen dann aus der Bonner Straße entgegen fuhr, erweckte sofort die Aufmerksamkeit der Polizisten: ein Pkw Smart wurde von einem anderen Wagen abgeschleppt. Allerdings war das Abschleppseil an der hinteren Stoßstange des Smart befestigt, so dass dieser rückwärts gezogen wurde. Dem darin auf dem Fahrersitz sitzenden, 20 Jahre alten Mann aus Düren war es folglich nicht möglich, vorausschauend auf den entgegenkommenden Fahrzeugverkehr zu achten, geschweige denn angemessen zu lenken oder zu bremsen. Als die Fahrzeug-Kombination den Kreuzungsbereich passierte, kam es prompt zur Kollision mit dem dort wartenden Streifenwagen. Der 29-jährige Fahrer des ziehenden Autos hatte verkehrsbedingt bremsen müssen, seinem Bruder im hinteren Wagen war dies erwartungsgemäß nicht gelungen. Der Smart prallte gegen das Fahrzeug der Polizisten, das Abschleppseil wurde samt Stoßstange abgerissen.

Die beiden Dürener erklärten, der Pkw Smart sei zuvor mit einem Motorschaden liegengeblieben und sie hätten ihn lediglich an den Straßenrand transportieren wollen. Der eingeleitete Abschleppvorgang war hierfür allerdings denkbar ungeeignet und hatte andere Verkehrsteilnehmer nicht nur gefährdet, sondern auch zum Verkehrsunfall geführt. Zur Unfallaufnahme wurden Beamte der Polizeiwache Jülich hinzugezogen, die in der gefertigten Verkehrsunfallanzeige auch den Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fahren formulierten. Der entstandene Sachschaden an den beiden Autos beläuft sich auf geschätzte 2.500 Euro, Personen wurden nicht verletzt.