Transparent an der Fassade des Polizeigebäudes in der Innenstadt

(Bild: Polizei Aachen)

Aachen: „Jede Person, gleich welchen Geschlechts, welcher ethnischer Herkunft, welchen sozialen Status, welcher politischer Überzeugung, welcher Sprache, welchen Alters, welcher Nationalität oder Religion, hat die Pflicht, alle Menschen menschlich zu behandeln.“

Der Satz, der sich wie ein Menschrecht liest, ist eigentlich eine Menschenpflicht. Weitere 18 Artikel sollen an die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten erinnern, die im September 1997 vom damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurden.

Der Aachener Künstler Detlef Kellermann und die Kunstförderer von Later Is Now haben hieraus das Projekt „Mensch!“ entwickelt. Ein Aufruf, im kleinen und im internationalen Kontext, selber etwas zu bewegen. Nicht nur nach unserem Recht zu verlangen, sondern auch Verant-wortung als Pflicht zu sehen. „Die Dinge laufen aus dem Ruder. Wollen wir etwas ändern, müssen wir uns an die eigene Nase packen“, so Kellermann bei der Vorstellung des Projekts.

Auf großen Bannern wird der Künstler 18 Artikel an belebten Orten in der Aachener Innenstadt aufhängen lassen. Ein solches Banner hängt am Gebäude der Polizei in der Jesuitenstraße – mitten in der Stadt. Die Behörde hat sich hierfür den Artikel 6 ausgesucht in dem es heißt: „Streitigkeiten zwischen Staaten, Gruppen oder Individuen sollen ohne Gewalt ausgetragen werden. Keine Regierung darf Akte des Völkermordes oder des Terrorismus tolerieren oder sich daran beteiligen, noch darf sie Frauen, Kinder oder irgendwelche anderen zivilen Personen als Mittel zur Kriegsführung missbrauchen. Jeder Bürger und öffentliche Verantwortungsträger hat die Pflicht auf friedliche, gewaltfreie Weise zu handeln.“

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach zögerte nicht lange, als angefragt wurde, ob die Behörde bei der Aktion mitmache. Die Antwort kam prompt: „Eine gelungene Aktion, die wir als Aachener Polizei sehr gerne unterstützen“, so Weinspach. „Viele der Werte, die für unser Leben selbstverständlich sind, mussten Generationen mühsam erkämpfen. Diese Werte werden heute von gesellschaftlichen Gruppen in Frage gestellt. Die Aktion stellt sich dem mit Menschlichkeit, Toleranz und Respekt entgegen. Als Polizei schließen wir uns dem an und möchten zur Nachahmung aufrufen.