Wie ist das eigentlich, wenn ein Schloss wiederaufersteht

Solingen: Es begann im Jahre 1130: Die Grafen von Berg wählten eine stattliche Erhebung am Ufer der Wupper, um hier ihre wehrhafte Residenzburg zu errichten: Über mehrere hundert Jahre war sie Herrschaftssitz, von hier aus vergrößerten die Grafen stetig ihren Einflussbereich. Sie bauten die Anlage schließlich zu einem Schloss aus. Aus der Burg wurde „Schloss Burg“ – ein höfischer Festort. Später verlegten sie ihren Sitz nach Düsseldorf. Schloss Burg verlor an Bedeutung, die Anlage wurde teilweise zerstört, sie verfiel zusehends. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie sogar regelrecht ausgeschlachtet. Nur noch eine traurige Ruine stand auf der Kuppe des Berges. Das einstige Wahrzeichen der Region drohte nach und nach zu verschwinden. Und damit beginnt die zweite große Geschichte – die Wiederauferstehung: Initiiert und finanziert von den Bürgern wurde das Schloss wieder aufgebaut. Sie wollten das Wahrzeichen der Region zurück! Sie gründeten 1887 den Schlossbauverein und sammelten Geld. Drei Jahre später war Baubeginn, 1919 war der Aufbau weitgehend abgeschlossen.

Schloss Burg thront heute über den bewaldeten Bergen – eine kompakte Anlage mit einer Innen- und einer Außenburg, mit schmalen Gassen, massiven Mauern, gewaltigen Torbögen, engen Höfen und sonnigen Terrassen. Heute ist Schloss Burg ein Ort, an dem zahlreiche Veranstaltungen diese Geschichte lebendig werden lassen. Und noch mehr. Geschichte trifft hier auf Kunst: Der Ort ist eine wunderbare Kulisse für Konzerte, Lesungen und Theater. Die Anreise ist übrigens ganz einfach: Mit einem Sessellift überwindet man Wupper und Berghang.

www.schlossburg.de