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Einsatz an der Wurm beendet – L 23 wieder freigegeben – SAE aufgelöst

Würselen / Herzogenrath-Kohlscheid: Aus der Einsatzstelle an der Wurm wurde eine Baustelle. Dies könnte die kurze und knappe Botschaft aus der Großschadenslage am Wurmufer der letzten beiden Tage sein. Dahinter steckt aber wesentlich mehr, wie die Stadtverwaltung soeben mitteilt. Die wichtigsten Informationen sind zunächst aber, dass die Gefahr durch den massiven Einsatz von Hilfskräften und –mitteln abgewendet werden konnte, die L 23 wieder freigegeben und der Stab außergewöhnliche Ereignisse (SAE) aufgelöst wurde. 

Nachdem am Dienstagmittag der SAE im Rathaus auf dem Morlaixplatz gebildet wurde, befasste sich dieser seitdem kontinuierlich mit dem Problem, dass ein Abwasserkanal, mit einem Durchmesser von 1,8 Meter, infolge eines Böschungsabganges an der Wurm im Bereich Teuterhof zu brechen drohte. Dies musste unbedingt verhindert werden, da sich ansonsten das durch diesen abgeleitete Abwasser unmittelbar in den Fluss ergossen hätte.
In den SAE wurden nicht nur die Experten aus der Stadtverwaltung, sondern vor allem Fachleute der Feuerwehr, von THW, der StädteRegion Aachen, des Wasserverbandes Eifel Ruhr sowie externe Berater berufen, die sich seitdem sechs Mal trafen, die Lage immer wieder neu aus verschiedenen Blickwinkeln betrachteten, bewerteten und umgehend lageentsprechende Maßnahmen einleiteten. Vor Ort „kämpften“ Tag und Nacht, seit dem vergangenen Dienstag also nunmehr 48 Stunden ununterbrochen, die Helfer von THW und Feuerwehr nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen das Wetter und das sich weiterhin androhende Ansteigen des Wurmgewässers. Ihr Auftrag war es, vor Ort den Damm so zu sichern, dass er nicht weiter abrutscht und damit die Abwasserleitung gefährdet. Nässe, Kälte und Wind waren dabei weitere Gegner an der Einsatzstelle. Mehr als 130 Helfer waren dabei vor Ort in dieser Zeit immer wieder im Wechsel eingesetzt worden. Im SAE wirkten unter der Leitung des Beigeordneten Roger Nießen 21 Personen, die die erforderlichen Maßnahmen koordinierten. Um 12 Uhr traf sich der SAE am heutigen Donnerstag nun zu diesem Schadensereignis nun zum letzten Mal. Roger Nießen konnte ihn exakt um 12:28 Uhr auflösen. Bürgermeister Arno Nelles sagte ihm, den Stabsmitgliedern, vor allem aber allen Helfern vor Ort seinen besonderen Dank für diesen besonders herausragenden Einsatz.
Im Zuge des Einsatzes musste auch die L 23, die Verbindungsstraße zwischen Würselen und Herzogenrath-Kohlscheid, komplett gesperrt werden. Für diese Maßnahme hatte sich der SAE entschieden, um die eingesetzten Kräfte vor Ort nicht noch weiter durch den fließenden Straßenverkehr zu gefährden, aber auch um den erheblichen Einsatzstellenverkehr geregelt abwickeln zu können. Auch wenn für diese Maßnahme häufig aus der Bevölkerung Unverständnis geäußert wurde, war sie unumgänglich, um nicht zuletzt die benötigten weit über 35.000 eingesetzten Sandsäcke von einem Verteilplatz zur Einsatzstelle zu bringen. Erschwert wurde das Einbringen der Sandsäcke an der Einsatzstelle vor allem dadurch, dass das Erdreich erheblich durchweicht war und so keine Lastfahrzeuge nahe genug an die Wurm gelangen konnten. Vom Wanderparkplatz Rolandstraße in Kohlscheid aus wurden die dort vorgehaltenen Sandsäcke dann mit und mit in die Nähe der Einsatzstelle transportiert und dort durch die Einsatzkräfte in mühevoller Handarbeit verbaut. Ein aufgebrachtes riesiges Drainvlies sollte zudem aufgebracht werden, um das weitere Abbrechen des Wurmufers unter dem Abwasserkanal zu verhindern. Die Sandsäcke sollten dieses stabilisieren und das Wurmwasser an dem Schadensufer ableiten.
All‘ diese Maßnahmen wurden nunmehr erfolgreich durch die Einsatzkräfte zu Ende gebracht, so dass der Einsatz als erledigt gilt und die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Würselen und Herzogenrath-Kohlscheid wieder freigegeben werden konnte. Indes wird im Rathaus auf dem Morlaixplatz weiter intensiv darüber nachgedacht, wie es denn nun in der eigentlichen Angelegenheit weitergehen wird. Wie der gefährdete Abwasserkanal dauerhaft gesichert oder eventuell verlegt werden muss, beraten derzeit Experten.