Mit neuen Becken, einer rasanten Rutsche und vielen weiteren Attraktionen in die neue Saison

Aachen: Es herrscht große Betriebsamkeit auf dem Gelände. Sägen kreischen, Bagger fahren, Bauarbeiter schleifen. Mit Hochdruck wird derzeit im Freibad Hangeweiher gearbeitet. Noch. Denn schon bald sollen die letzten Handwerkertrupps abziehen und den Weg frei machen für die Badbesucher. Für 2,7 Millionen Euro saniert die Stadt Aachen seit September 2017 die beliebte Anlage, die jährlich bis zu 95.000 Besucher anlockt. Wenige Wochen vor dem Abschluss der Arbeiten hat Klaus Schavan, Technischer Geschäftsführer des städtischen Gebäudemanagements, bei einem Presstermin ein rundum positives Fazit der zurückliegenden Monate gezogen: „Eine ungewöhnliche Baumaßnahme, die allen Beteiligten sichtlich Spaß gemacht hat. Diese Art von Zusammenarbeit ist beispielgebend. Ob wir alles richtig gemacht haben, werden wir sehr schnell am Echo merken. Meine Prognose: Passt!“ 

Neues Planschbecken mit Bachlauf
Eines der neuen Highlights im Freibad Hangeweiher dürfte künftig die schicke Breitrutsche werden, die ins Nichtschwimmerbecken führt. Vier Meter breit, gut drei Meter hoch und zwölf Meter lang, dazu mit zwei Wellen ausgestattet, verspricht die Rutsche jede Menge Gaudi. „Auf die Breitrutsche bin ich besonders stolz, war die Umsetzbarkeit doch lange Zeit fraglich. Erst als wir uns sicher waren, dass wir die Gesamtkosten einhalten, haben wir die Breitrutsche bestellt“, berichtete Martin Lambertz, Projektleiter und Abteilungsleiter „Technisches Gebäudemanagement: Projekte und Energie“.

Neben der Rutsche und den Edelstahlbecken für Schwimmer und Nichtschwimmer wartet Aachens einziges Freibad mit weiteren neuen Attraktionen auf: So fügt sich das neue Planschbecken mit Bachlauf für die kleinsten Badegäste harmonisch in das Gelände ein. Generell galt mit dem Baubeginn das Motto: Das gesamte Areal soll offener und einladender wirken. Das ist offensichtlich gelungen. Neue Massagedüsen, so genannte „Bodenbrubbler“ und vier Wasserkanonen runden das Angebot ab und versprechen großen Badespaß.  

Spezialtransport liefert Breitrutsche an

Die Sanierungsarbeiten liefen dabei größtenteils wie am Schnürchen, berichteten Lambertz und Schavan gemeinsam mit Petra Prömpler, Leiterin des Fachbereichs Sport, sowie Badleiter Thorsten Liebl am Freitag, 13. April, vor Ort. Und wann öffnet nun das Freibad Hangeweiher wieder seine Pforten? Hinter dieser Frage steht noch ein kleines Fragezeichen. „Wir geben alles, um eine Punktlandung hinzulegen“, versicherte Schavan. Und das würde bedeuten, dass das Bad wie geplant am 1. Mai für die Besucher offen steht. Neben letzten Arbeiten stehen aber noch die technischen Abnahmen der Anlagen, so genannte Strömungstests und die Installation der Breitrutsche an. Letztere, hoffen die Verantwortlichen, wird in der letzten Aprilwoche per Spezialtransport aus Ostdeutschland nach Aachen geliefert und dann umgehend montiert. Sollte es doch auf der Zielgeraden zu Verzögerungen kommen, würde sich die Eröffnung des Freibads lediglich wenige Tage hinausziehen, beruhigen Prömpler und Schavan.

In der ersten Sanierungsphase vor drei Jahren sind bereits für rund 2,1 Millionen Euro die Filteranlagen und die gesamte Technik erneuert worden. Der Badegast hat davon im Ergebnis allerdings nicht viel unmittelbar sehen können. Das wird nun anders sein. Denn die gesamte Freibadanlage ist mächtig umgekrempelt worden. So sind die alten gekachelten Becken verschwunden. Statt der türkisen Fliesen im Stil der 70er-Jahre begrüßen bald schicke Edelstahlbecken die Besucher. Diese sehen nicht nur besser aus, sie bestechen auch durch eine deutlich höhere Haltbarkeit und sind pflegeleichter und hygienischer als die alten Fliesen und Fugen. Zudem schließen die Wasserflächen nun mit dem Beckenrand, die rund 30 Zentimeter zwischen Überlaufrinne und Beckenoberkante sind verschwunden. „Das sieht richtig elegant und schick aus“, findet Martin Lambertz.

Abdeckungen schützen Wasserflächen

Abdeckungen fahren in Zukunft nachts über die Wasserflächen. Sie schützen die Becken nicht nur vor Verschmutzung, sondern halten auch die Wärme im Wasser. Das dürfte vor allem Frühschwimmer freuen, die von der ersten Bahn an in 22 bis 23 Grad warmes Wasser eintauchen können. Zudem sorgt eine neu angelegte Durchströmumg der Becken dafür, dass die großen Wassermengen – allein das große Schwimmerbecken fasst rund 2400 Kubikmeter Wasser, der Nichtschwimmerbereich rund 800 Kubikmeter – schneller und gründlicher ausgetauscht werden. Des Weiteren sind die alten Durchschreitebecken auf dem Weg zu den Schwimmbecken verschwunden und neue Duschen werden auf dem Gelände installiert.

Es ist also viel passiert in den vergangenen Monaten. Von Winterschlaf im Freibad konnte in jedem Fall keine Rede sein. Der Aufwand, da sind sich alle Beteiligten einig, hat sich absolut gelohnt. „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Planern, ausführenden Firmen und Mitwirkenden an diesem Projekt  zu bedanken. Was hier in den letzten Wochen geleistet wurde ist beeindruckend und konnte nur mit großem Einsatz und Herzblut gelingen“, freut sich Petra Prömpler über das Ergebnis. Die Leiterin des Fachbereichs Sport hofft nun natürlich, bald möglichst viele alte und neue Gäste am Hangeweiher begrüßen zu dürfen. „Ich hoffe auf einen tollen Sommer und freue mich darauf zu sehen, wie die Aachener ihr Freibad mit den vielen neuen Attraktionen annehmen“, so Prömpler.