Sanierung der Salvatorkirche: Bronzeplakette erinnert an DSD-Förderung

Aachen: Es ist einer der idyllischsten und zugleich vielen noch unbekannten Orte in Aachen: der Salvatorberg. Während unzählige Freizeitsuchende vor allem den großen Bruder gleich nebenan, den Lousberg, besuchen, gilt der Salvatorberg mit seiner gleichnamigen Kirche glatt noch als Geheimtipp. Dabei lohnt sich ein Abstecher allemal, nicht zuletzt wegen des romantisch gelegenen Kirchengebäudes, das in den vergangenen Jahren aufwendig saniert worden ist. 

Erste Arbeiten am Kirchturm starteten im Jahr 2008
Mit insgesamt 60.000 Euro hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Sanierung des Innenraums der Salvatorkirche gefördert. Nun hat Roland Tauber, Ortskurator Jülicher Land/Euregio der Stiftung, Aachens Stadtbaurat Werner Wingenfeld im Beisein von Engelbert Chaumet (Projektleiter beim städtischen Gebäudemanagement), Isabel Maier (städtische Denkmalpflege) und Andre Bentz (Bezirksleiter WestLotto) eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ übergeben. Die Erinnerungstafel soll vor Ort das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto sichtbar halten und zu weiterer Unterstützung motivieren.

„Wir sind froh, mit der DSD eine Unterstützerin an unserer Seite zu wissen, die mit dazu beiträgt, dass wir unserer denkmalpflegerischen Aufgabe mit dem in Aachen seit langem gepflegten hohen Anspruch nachkommen können“, freute sich Wingenfeld über den Besuch Taubers in Aachen. Bereits 2008 begannen die Sanierungsarbeiten an der Salvatorkirche. Zunächst wurde in einem ersten Bauabschnitt der Kirchturm instandgesetzt. Hierzu flossen Fördergelder des Landes NRW. Da in der Folge jedoch die Denkmalförderung durch das Land NRW eingestellt wurde, konnte die Stadt Aachen die Sanierung der weiteren Außenhülle erst im Jahr 2014 wieder aufnehmen, die dann gänzlich von der Stadt finanziert wurde. In insgesamt zwei Bauabschnitten sind dann von 2014 bis 2016 Dach und Fassaden des Kirchenschiffs – stets in Abstimmung mit der Denkmalbehörde – erneuert worden.

Beliebter Ort für Hochzeiten und Taufen
2016/17 stand schließlich die Sanierung des Innenraums auf dem Programm, welche zur Freude aller Akteure von der DSD mit besagten 60.000 Euro gefördert wurde. Hier mussten, wie Engelbert Chaumet vom Gebäudemanagement berichtete, Teile des Innenputzes erneuert werden. Zudem wurde von Experten der Innenanstrich der Kirche vollständig mit Mineralfarbe überarbeitet. Ebenso mussten die veralteten Elektroinstallation, die zum Teil noch aus den späten 1950er Jahren stammten, ausgetauscht und durch moderne Technik ersetzt werden. Auch das Dachtragwerk mit seinen Verzierungen und der Bemalung packten die Handwerker an, legten es frei und restaurierten es fachmännisch. Da die Holzpodeste im Mittelschiff schadhaft waren, wurde auch der Fußboden erneuert. Dort ist nun ein widerstandsfähiger Gussasphalt aufgetragen worden. Und auch eine neue Heizungsanlage wurde installiert, um die Feuchtigkeit in dem historischen Bau besser in den Griff zu bekommen und die ganzjährige Nutzung der Kirche zu gewährleisten.

Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. „Die dreischiffige Kirche hat mit der Freilegung des Dachstuhls wieder die Ausstrahlung erhalten, wie sie die Menschen in ihrer Entstehungszeit kennengelernt haben“, stellte Isabel Maier zufrieden fest. „Die Nutzung ist wieder im heutigen Sinne ermöglicht worden, nicht zuletzt durch den Einbau der Heizungsanlage. Feiern wie Hochzeiten und Taufen, für die die Salvatorkirche hauptsächlich genutzt wird, können nun wieder in einem repräsentativen Rahmen stattfinden, was vorher aufgrund der Feuchtigkeit im Gebäude kaum mehr möglich war“, so Maier weiter. Die neue, moderne LED-Beleuchtung rundet den positiven Gesamteindruck ab.  

Erste Kapelle entstand um 840
Allein die durch die DSD geförderte Innensanierung kostete rund 220.000 Euro. Die Gesamtkosten inklusive der Sanierung der Außenhülle belaufen sich auf etwa 800.000 Euro. Der 229 Meter hohe Salvatorberg ist einer der drei Hausberge Aachens, auf dem Ende des 19. Jahrhunderts in Ergänzung der Parkanlagen auf dem benachbarten Lousberg ein Park mit großem Baumbestand angelegt wurde. Auf dem Gipfel des Salvatorbergs erhebt sich die Kirche gleich Namens mit den zu ihr gehörenden Klosterbauten. Schon Ludwig der Fromme hatte um 840 auf dem Berg eine Friedhofskapelle errichten lassen. Kaiser Otto III. stiftete dann an der Salvatorkapelle ein Benediktinerinnenkloster, das 1005 fertiggestellt war. Gegen Mitte des 11. Jahrhunderts wurde die Kapelle durch eine flachgedeckte dreischiffige Pfeilerbasilika ersetzt. 100 Jahre später übernahmen die Zisterzienserinnen das Kloster, bis sie 1220 in die Abtei Burtscheid umzogen. Daraufhin verfielen Kirche und Klosterbauten, die im Rahmen der Säkularisation in den Besitz der Stadt Aachen übergingen.

1883 erhielt Stadtbaumeister Joseph Laurent den Auftrag, die mittelalterliche Kirche zu rekonstruieren. In drei Jahren entstand eine dreischiffige, steinsichtige Basilika im neoromanischen Stil. Die Fassaden der Kirche auf kreuzförmigem Grundriss mit quadratischem Turm und einer halbrunden Chorapsis gliedern schmale Rundbogenfenster und Rundbogenfriese. Satteldächer über dem Schiff und ein Pyramidenhelm über dem Chor krönen den Bau. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Es entstand ein Klosterneubau, den 2012 das Sozialwerk Aachener Christen übernahm. Die Salvatorkirche ist neben St. Franziskus auf dem Westfriedhof eine von zwei Kirchen im Besitz der Stadt Aachen.    

Weitere Informationen 

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat auch die Sanierung des Pavillons auf der Monheimsallee nahe der Bastei mit 14.000 Euro gefördert. Die Gesamtkosten des Projekts betrugen 50.000 Euro. An dem kleinen Bauwerk mussten vor allem Dach und Fassaden erneuert bzw. ausgebessert werden. Hierbei galt es, die Optik des historischen Pavillons beizubehalten oder, mit Hilfe von alten Fotos und Zeichnungen, wieder in seinen Ursprungszustand zu versetzen.