Spatenstich für die hochmoderne Testumgebung im ATC der RWTH Aachen

Aachen / Aldenhoven: „Die Umsetzung vollautomatisierter Fahrfunktionen hängt besonders von technologischen Fortschritten bei Elektronik und Sensorik ab. Mit der vom Forschungsministerium  unterstützen Testumgebung CERMcity im Aldenhoven Testing Center schaffen wir die Voraussetzung für diese Fortschritte“, sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel. Grundlegend für die erfolgreiche Markteinführung ist eine hinreichende Validierung. Im Vorhaben CERMcity wird die Basis für eine Validierung von Funktionen und Systemen geschaffen. Wesentlicher Bestandteil dieses gesamten Prozesses ist eine städtische Testumgebung, die in das Aldenhoven Testing Center der RWTH Aachen integriert wird. Sie ergänzt die bestehenden Strecken und erlaubt zukünftig die sichere und reproduzierbare Darstellung von städtischen Verkehrssituationen. Hierfür werden beispielsweise  Kreuzungen, Parkbereiche, Haltestellen, Zebrastreifen sowie eine flexible Multifunktionsfläche errichtet. Hinzu kommen simulierte Häuserfronten und eine Abdeckung mit Funktechnologien zur Einbindung von Sensoren und Aktoren. Ein Projektbeirat mit Vertretern von über 40 Unternehmen und Institutionen hat anhand von Anwendungsfällen die Grundlage für die Testumgebung erarbeitet. Ein symbolischer Spatenstich gab heute, am 27. März 2018, den Startschuss für die Bauarbeiten. Die physische Umgebung, die Fahrzeugplattformen und die Methodik werden ab Oktober 2018 allen interessierten Nutzern zur Verfügung stehen. Sie komplettieren die Möglichkeiten des Aldenhoven Testing Centers, zu denen auch eine Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit anderen Verkehrsteilnehmer (V2X) mittels aller relevanten Technologien wie WLAN (802.11p, Internet) sowie Mobilfunk (Vodafone 5G Mobility Lab) gehören. Im Aldenhoven Testing Center werden mit CERMcity die Kompetenzen der RWTH  und ihrer Partner in der Mobilitätsforschung erheblich erweitert. Experten und modernste  Forschungsinfrastruktur sind die Voraussetzung, um die zahlreichen Fragen rund um die Mobilität von morgen zu lösen. Das Future Mobility Lab an der RWTH Aachen unter Leitung von Prof. Lutz Eckstein koordiniert die interdisziplinäre Kooperation. „Die Gestaltung der zukünftigen Mobilität erfordert eine enge Zusammenarbeit nicht nur zwischen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen, sondern auch zwischen Hochschulen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen – dafür schaffen wir hier mit Unterstützung des BMBF die idealen Voraussetzungen“, betont Eckstein. Das Projekt CERMcity startete im Oktober 2016 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 3,3 Millionen Euro gefördert. Die RWTH Aachen koordiniert das Gesamtvorhaben mit Beteiligung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, der FH Aachen, des TÜV Rheinland sowie der Firmen BASELABS und Silicon Radar. Seitens der RWTH Aachen sind das Institut für Kraftfahrzeuge, das Institut für Regelungstechnik sowie das Institut für Hochfrequenztechnik involviert.