Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen geht 2018 an den Musiker Dieter Böse

Aachen: Neuer Träger des Thouet-Mundartpreises der Stadt Aachen wird der Öcher Rockmusiker Dieter Böse. Und der war am Abend (13. September) im Weißen Saal des Aachener Rathauses so sehr überrascht von der hohen Auszeichnung, dass es ihm fürs Erste fast die Sprache verschlug. Als nichtsahnender Akteur für eine kleine musikalische Einlage am Abend verpflichtet, ging er als designierter Mundartpreisträger nach Hause: „Ich fühle mich sehr geehrt und freue mich auf den 6. Januar“, sagte Böse dann nach einiger Zeit und strahlte in die Runde.

Rockmusiker durch und durch“

Vor 66 Jahren in Aachen geboren, verheiratet mit seiner Frau Jeannette, lebt Dieter Böse in Haaren – mit Blick über sein geliebtes Aachen. Ägid Lennartz, Vorsitzender des Vereins Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen, nannte ihn einen „Rockmusiker durch und durch, der ein großer Verehrer von Udo Lindenberg ist“.

Was charakteristisch ist für den beliebten Interpreten: Text und Musik seiner Lieder stammen aus der eigenen Feder. Böse legt Wert darauf, nicht nur Öcher-Platt-Texte über Dom, Rathaus, Rues än de Kriem zu schreiben, sondern Geschichten von der Straße, von und über Öcher zu erzählen. „Darin liegt fraglos eine große Stärke von Dieter Böse, er trifft den Öcher Ton – und die Öcher“, so Lennartz. Bester Beweis dafür war Böses musikalische Verneigung vor Heimatdichter Hein Engelhardt, der in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag feiern konnte: „Du bes d‘r Könnek va Oche“.

Viele Texte entstanden morgens bei der Arbeit

Nach eigenen Aussagen hat Dieter Böse sich die Texte seiner Lieder morgens bei der Briefzustellung ausgedacht. Der pensionierte Postbeamte war Zusteller bei der Deutschen Post. Je nach Anlass ist der 66-Jährige alleine, im Duo mit Gitarrist Salvatore Camiola (so wie am Abend im Weißen Saal) oder im Quartett „Böse mal anders“ mit Camiola, Schlagzeuger Oliver Lutter und Bassist Adi Zehnpfennig künstlerisch unterwegs.

Lennartz beschrieb ihn so: „Dieter Böse ist ein Kreativzentrum, das ständig neue Songs schreibt – und das überwiegend in der schönsten Sprache der Welt – unserem Öcher Platt.“ Die Preisverleihung findet am Dreikönigstag, am Samstag, 6. Januar 2018, im Krönungssaal des Rathauses statt.

Ein großartiger Interpret der Heimatsprache“

Wir zeichnen mit ihm einen großartigen Interpreten unserer Heimatsprache aus“, so Bürgermeister Norbert Plum, der der erste Gratulant im Weißen Saal war: „Dieter Böse sorgt seit langer Zeit und sehr kontinuierlich auf unverwechselbar authentische Art und Weise dafür, dass unsere Sprache und das Leben in unserer Stadt auch auf der musikalischen Bühne ihren Platz haben. Er trifft auch mal einen anderen Ton, das gefällt mir sehr gut.“

Ägid Lennartz wies in seiner Ansprache auch auf die besondere Situation hin, dass die Bekanntgabe des neuen Mundartpreisträgers am Abend des Beerdigungstages von Hans-Josef Thouet, Mitgründer des Preises, erfolgte: „Wir haben dies mit der Familie Thouet besprochen, es gab von der Familie den ausdrücklichen Hinweis, dies bitte genauso zu machen.“ Lennartz hob die besonderen Verdienste des Ehrenvorsitzenden Hans-Josef Thouet um den Preis und somit um den Erhalt und die Pflege der Heimatsprache in seiner Rede deutlich heraus.