Verleihung der Martin Buber-Plakette an Pater Shay Cullen

Herzogenrath / Kerkrade (NL): Zum 15. Mal in Folge ist es dem Kuratorium der Euriade Stiftung und ihrem Intendanten Werner Janssen gelungen, eine Persönlichkeit mit der Martin Buber-Plakette auszuzeichnen, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Beim Euriade-Festival steht der Dialog miteinander im Mittelpunkt. Den krönenden Abschluss des Festivals, an dem Jugendliche verschiedenster Nationen die Möglichkeit bekommen sich über einige Tage kennen zu lernen, miteinander zu reden, den anderen zu verstehen und auch Freunde zu werden, bildet die Verleihung der Martin Buber-Plakette. Sie wird Menschen verliehen, die sich verantwortungsvoll und selbstlos für ihre Mitmenschen engagieren. Ganz im Sinne des großen deutschen Philosophen Martin Buber, dessen Arbeit das „dialogische Prinzip“ im Fokus hatte.

Der diesjährige Preisträger, Pater Shay Cullen, ist ein Mann, der seit Jahrzehnten Menschen im wahrsten Sinne des Wortes „aus der Gosse  zieht“. Er gründete 1972 in Olongapo City die private Hilfsorganisation PREDA (‚Peoples´ Recovery, Empowerment and Development Assistance‘). Als Präsident dieser Institution setzt er sich unermüdlich für die Rechte und das Wohl von Straßenkindern auf den Philippinen ein. Ihnen wollen er und sein Team den Weg in ein normales Leben ebnen.

Zur Preisverleihung am 17. November 2017 in der Aula Major der altehrwürdigen Abtei Rolduc in Kerkrade begrüßte Euriade Intendant Werner Janssen die Gäste herzlich. Der Kinderchor „Canta Young“ bot Pater Shay einen wundervollen musikalischen Empfang u.a. mit dem Lied „We are the world“.

Der Kerkrader Bürgermeister Jos Som begrüßt die Gäste mit den Worten „Nur wenn wir uns tolerieren, können wir uns wertschätzen“ und er hebt besonders den angeregten Dialog der Jugendlichen mit Pater Cullen am Mittag auf Burg Rode hervor.

Der Programmablauf bei dieser Preisverleihung war allein schon mit Blick auf die Anzahl der Laudatoren anders als bisher. Drei Männer, die Pater Cullen und sein außerordentliches Engagement  für notleidende Menschen enorm schätzen, würdigten seine Arbeit. Abt Adrianus Lenglet  bezeichnet als „unermüdlichen Missionar“ sowie einen ehrlichen und liebenden Menschen.  Martin Buber bringt an diesem Abend St. Benedikt und St. Columban zusammen.

Dietmar Bär, Schauspieler und Vorstand vom „Tatort-Verein“ schildert wie sein Verein Pater Cullen kennenlernte. Aufgrund seiner Erfahrungen auf den Philippinen war er 1998 maßgeblich an der Entwicklung des Drehbuchs zur Tatort-Folge Manila beteiligt, die das Schicksal philippinischer Straßenkinder, Sextourismus und Kindesmisshandlung thematisierte. Als Folge der Erfahrungen bei den Dreharbeiten gründeten Mitglieder des Kölner Tatortteams um die beiden Hauptdarsteller Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt den Tatort-Verein, um Pater Shay Cullen und seine Kinderrechtsarbeit zu unterstützen. „Pater Cullen bewältigt eine übermenschliche Aufgabe in einem Land, das von Armut, Gewalt und Korruption geprägt ist. Er ist ein Mann klarer Worte und man hört ihn! Er kämpft für eine bessere Gesellschaft und ist eine charismatische Persönlichkeit “,  so Bär.

Auch der dritte Redner ist voll des Lobes. Peter-Matthias Gaede, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland: „ Cullen ist ein couragierter Kämpfer!“.

Sichtlich gerührt nimmt Pater Cullen die Auszeichnung der Euriade Stiftung entgegen. Dabei betont er in seinen Dankesworten: „Ich nehme die Auszeichnung nicht für mich sondern das Team von PREDA entgegen. Viele Freiwillige sind dort im Einsatz. Wir alle versuchen den notleidenden Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen“. Mit Nachdruck appelliert er an alle, dass das Leid der Kinder  – in allen Ländern der Erde – nicht enden kann, wenn dem Sextourismus kein Einhalt geboten wird.

Die PREDA-Stiftung leistet großartige Arbeit auf den Philippinen. Eine Arbeit, die nur dank des langjährigen Einsatzes vieler Freiwilliger unter Leitung von Pater Cullen so nachhaltige Wirkung entfalten konnte. Die Verleihung der Martin Buber-Plakette hat diese Initiative in Deutschland noch ein ganzes Stück bekannter gemacht. Ein wichtiger Effekt, denn solche Projekte leben von engagierten Menschen und von finanzieller Unterstützung. Jeder kann Menschen in Not helfen!