Verleihung des Euregio-Schüler-Literaturpreises 2017 an Larry Tremblay

(Bild: _© Martin Waalboer)

Aachen: Um diesen Preis entgegenzunehmen, ist der Québecer Schriftsteller Larry Tremblay eigens aus der kanadischen Heimat angereist. Rund 200 deutsche, belgische und niederländische Jugendliche aus 25 Schulen sind am 10.05.17 ins Kulturzentrum Alter Schlachthof nach Eupen gekommen, um mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Kultur bei der Verleihung des 16. Euregio-Schüler-Literaturpreises dabei zu sein.

Im Zentrum dieses feierlichen Abends stand die Stimme der jungen Leserinnen und Leser, die sich mit ihrer Wahl beim Jurytag im März bewusst für einen gesellschaftspolitisch hochaktuellen Roman entschieden hatten. Der gestern Abend ausgezeichnete Roman L’Orangeraie (dt.: Der Name meines Bruders) handelt von Bruderliebe und Terrorismus zugleich: Als die Großeltern bei einem Luftangriff ums Leben kommen, soll einer der jugendlichen Zwillinge Amed und Aziz aus Rache zum Märtyrer werden.

In seiner Rede dankte der begeisterte Preisträger den Schülerinnen und Schülern und bekannte zu Beginn seiner Rede: „Es war schwierig, diesen Roman glücklich enden zu lassen. Ich habe jedoch gewollt, dass die letzten Seiten einen Hoffnungsschimmer ausdrücken.“ Umso mehr freute sich Larry Tremblay darüber, dass die jungen Leserinnen und Leser diese Stimme, die von „Frieden und Versöhnung spricht“ gehört haben. „Für mich ist dies die wirkliche Bedeutung des Preises, den ihr mir heute überreicht: Eure Antwort auf den Ruf nach einer besseren Welt, die aufgebaut wäre auf Empathie, auf der Öffnung gegenüber dem Anderen, und auf dem tiefen Wunsch, mit friedlichen Worten zu leben.“

Der EuregioKultur e.V., der den jährlichen Euregio-Schüler-Literaturpreis nun bereits zum 16. Mal ausrichtet, hat sich den grenz- und sprachübergreifenden Kulturaustausch auf die Fahnen geschrieben. Nominiert waren wieder sechs Romane zeitgenössischer Autoren – zwei französisch-, zwei niederländisch- bzw. flämischsprachige und zwei deutschsprachige Bücher. Aus diesem Grund ist die Arbeit der Literaturübersetzerinnen Dr. Angela Sanmann und Gertrud Maes, die den französischsprachigen Roman von Larry Tremblay ins Deutsche und Niederländische übersetzt haben, so wichtig. Auch sie wurden mit je 1000 € (gestiftet von der Bürgerstiftung der Sparkasse) geehrt und sind natürlich ebenfalls Preisträger. An den Gewinner Larry Tremblay überreichte Dr. Christian Burmester für die Bürgerstiftung einen Scheck über € 5.000,-.

Musikalisch begleiteten die Preisverleihung Schülerinnen und Schüler mit abwechslungsreichen Auftritten. Neben Gesang und den sanften Klängen von Akkordeon und Geige, gab es auch Hardrock auf der E-Gitarre zu hören.